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Öffentliches Baurecht – Wann sind Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung nachbarschützend?

1.Ob und inwieweit Festsetzungen des Maßes der baulichen Nutzung (auch) darauf gerichtet sind, dem Schutz Dritter zu dienen, hängt vom Willen der Gemeinde als Planungsträger ab. Wollte der Plangeber die Planbetroffenen mit den Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung in ein wechselseitiges nachbarliches Austauschverhältnis einbinden, sind diese Festsetzungen nachbarschützend. 2.Gleiches gilt, wenn der Plangeber [...]

Öffentliches Baurecht – Wann sind Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung nachbarschützend?2026-10-07T08:50:26+02:00

Öffentliches Baurecht – Verspäteter Baubeginn lässt Baugenehmigung erlöschen!

Eine Baugenehmigung erlischt, wenn innerhalb von drei Jahren nach ihrer Erteilung mit der Ausführung des Bauvorhabens nicht begonnen oder die Bauausführung länger als zwei Jahre unterbrochen worden ist. Ein Baubeginn liegt nur dann vor, wenn Bauarbeiten stattfinden, die zielgerichtet in Ausnutzung der erteilten Baugenehmigung erfolgen und der Errichtung des genehmigten Vorhabens dienen. Auch ein ordnungswidriger [...]

Öffentliches Baurecht – Verspäteter Baubeginn lässt Baugenehmigung erlöschen!2026-09-30T16:47:34+02:00

Öffentliches Baurecht – Hähnchenmaststall gehört in den Außenbereich!

Die Privilegierung nach § 35 Abs. 1 Nr. 4, 1. Halbsatz BauGB setzt voraus, dass das Vorhaben nicht auch im Innenbereich ausgeführt werden kann. Maßgeblich hierfür ist, ob es dem Vorhabenträger nach den konkreten Verhältnissen im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung rechtlich und tatsächlich möglich ist, das Vorhaben im Innenbereich zu verwirklichen. Hat der Bauantragsteller [...]

Öffentliches Baurecht – Hähnchenmaststall gehört in den Außenbereich!2026-09-25T13:10:13+02:00

Öffentliches Baurecht – Abstandsflächenvorschriften in Baden-Württemberg sind nachbarschützend!

Regelungsgegenstand der Privilegierungsvorschrift des § 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 LBO-BW ist allein die Abstandsflächentiefe. Daher ist kein Raum für ein „Hineinziehen“ der Genehmigungsfähigkeit eines Vorhabens hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung und der überbaubaren Grundstücksfläche in die Prüfung dieser Vorschrift. Die sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1, Abs. 7 LBO-BW [...]

Öffentliches Baurecht – Abstandsflächenvorschriften in Baden-Württemberg sind nachbarschützend!2026-09-08T14:34:34+02:00

Öffentliches Baurecht – Eiswurf und Rotorflügelbruch bei WEA: Allgemeines Lebensrisiko oder konkrete Gefahr?

Die Frage der Abgrenzung des allgemeinen Lebensrisikos von der konkreten Gefahr eines Schadenseintritts bei technischen Großanlagen (hier: Windenergieanlagen) beurteilt sich nach den anerkannten Grundsätzen des Gefahrenrechts und ist damit insbesondere von der Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts und der Schadenshöhe abhängig. Maßgeblich sind die Umstände des Einzelfalles. -BVerwG, Beschl. v. 05.05.2026 - 7 B 14.25, nach IBR-

Öffentliches Baurecht – Eiswurf und Rotorflügelbruch bei WEA: Allgemeines Lebensrisiko oder konkrete Gefahr?2026-09-04T10:35:34+02:00

Öffentliches Baurecht – Nutzungsänderung ist umweltbezogenes Vorhaben!

Eine Nutzungsänderung i.S.v. § 29 Abs. 1 BauGB unterfällt dem Vorhabenbegriff des § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 UmwRG. Für die Anwendung umweltbezogener Rechtsvorschriften i.S.v. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 UmwRG ist maßgeblich, ob die Behörde im Einzelfall Anlass zu einer Prüfung solcher Rechtsvorschriften hatte. § 1 Abs. 1 Satz [...]

Öffentliches Baurecht – Nutzungsänderung ist umweltbezogenes Vorhaben!2026-09-02T08:45:23+02:00

Öffentliches Baurecht – Kein wahlloses bauaufsichtliches Einschreiten!

Der Gleichbehandlungsgrundsatz verpflichtet die Bauaufsichtsbehörde dazu, nicht wahllos, sondern mit System gegen Baurechtsverstöße vorzugehen. Im Zusammenhang mit bauaufsichtsbehördlichem Einschreiten ist der Gleichbehandlungsgrundsatz erst dann verletzt, wenn die Behörde ohne erkennbaren sachlichen Grund - das heißt willkürlich - nur bezüglich einzelner baulicher Anlagen eine Bauordnungsverfügung erlässt und gegen andere vergleichbare Vorhaben nicht einschreitet. Gibt es mehrere [...]

Öffentliches Baurecht – Kein wahlloses bauaufsichtliches Einschreiten!2026-08-25T10:31:18+02:00

Öffentliches Baurecht – WEG ist für das Gemeinschaftseigentum verantwortlich!

Zu den gegen das Eindringen von Wasser und Feuchtigkeit vorzusehenden Maßnahmen gehört die ordnungsgemäße Eindeckung der Dächer und die Abführung des Niederschlagwassers durch Dachrinnen und Fallrohre. In dem nach § 3 oder nach § 8 WEG geteilten Grundstück ist die Verantwortung für das gemeinschaftliche Eigentum der Wohnungseigentümergemeinschaft zugewiesen. Insbesondere das Fundament, die Fassade und das [...]

Öffentliches Baurecht – WEG ist für das Gemeinschaftseigentum verantwortlich!2026-08-07T08:55:21+02:00

Öffentliches Baurecht – Ersetzung gemeindlichen Einvernehmens aufgehoben: Sofortvollzug bei Nutzungsuntersagung?

Wird eine rechtswidrig ohne das erforderliche Einvernehmen der Gemeinde bzw. unter dessen Ersetzung erteilte Baugenehmigung auf den Widerspruch der Gemeinde hin aufgehoben, so ist zur Wahrung der Rechte der Gemeinde regelmäßig die Anordnung der sofortigen Vollziehung gerechtfertigt. Dies gilt jedoch nicht auch für eine verfügte Nutzungsuntersagung. -OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschl. v. 15.07.2025 - 3 M 334/24, [...]

Öffentliches Baurecht – Ersetzung gemeindlichen Einvernehmens aufgehoben: Sofortvollzug bei Nutzungsuntersagung?2026-08-05T09:56:50+02:00

Privates Baurecht – Montage von PV-Anlagen nur mit Handwerksrolleneintrag!

Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Photovoltaikanlagen, insbesondere auf Dächern, sind als wesentliche Tätigkeiten des Dachdecker- beziehungsweise des Elektrotechniker-Handwerks im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 1 HwO zu qualifizieren. Sie unterfallen daher der Eintragungspflicht des § 1 Abs. 1 Satz 1 HwO. -OLG Koblenz, Urt. v. 02.06.2026 - 9 U 1015/25, nach IBR-

Privates Baurecht – Montage von PV-Anlagen nur mit Handwerksrolleneintrag!2026-08-04T08:41:51+02:00